Juni 2019_Bericht aus Deutschland

Liebe Simbabwe Freunde,                                                                                                         im Juni 2019

wieder einmal steht eine Reise nach Simbabwe an. Dieses Mal fliegt Anna, unsere 2. Vorsitzende schon heute und ich komme am 28.06. nach und bleibe bis 6. September. Für vier Wochen werden uns auch Resi und Wilfried Beekes besuchen, die ja in Deutschland auch sehr aktiv in Verein mitwirken.

Wir freuen uns alle sehr auf unsere Kinder, MitarbeiterInnen und Freunde! Und – wer hätte es geglaubt, ich auch auf Bingo unseren Hund und Teablack unsere Katze. Mal sehen, ob sie mich noch kennen.

Was steht alles an, wie ist die Situation derzeit?

  • Haus, Grundstückkauf und Anbau
    Das Haus mit dem Kindergarten haben Roland und ich privat im Februar gekauft und der Verein zahlt Miete. Wenn die gezahlte Miete den Kaufpreis erreicht hat, geht das Haus an den Verein über. So konnten wir es gut finanzieren und haben vom Verein noch Luft für andere Investitionen.
    Für das Grundstück dahinter sind wir in Verhandlung mit der Stadt Mutare und hoffen, dass wir den Kauf nach dem gleichen Modell im Juli/August abschließen können.  Darauf planen wir dann zwei Cottages, eines für den Holzkünstler Tatenda mit Familie zusammen mit der Erzieherin Rudo mit ihren beiden Kindern. Das zweite ist als Gästehaus und für Volontäre geplant. So bekommen wir mehr Platz im Kindergarten, den wir dringend brauchen, da wir inzwischen auf 27 Kinder angewachsen sind.
  • Wassertank und Solaranlage
    Bei unserer Mitgliederversammlung am 6. Mai wurde unsere Finanzplanung einstimmig beschlossen und so stehen dieses Jahr neben dem Bau der Cottage auch der Wassertank für Regenwassernutzung an. Für die Solaranlage brauchen wir, wenn wir alles in Eigenleistung machen, noch etwa 2.800 Euro. Etwa 4.000 Euro, wenn wir dies nicht stemmen können. Bekommen wir das Geld dieses Jahr noch zusammen, werden wir das auch realisieren, ansonsten kommt es 2020 in den Plan. Allerdings ist in letzter Zeit das Stromnetz ständig ausgefallen und Anna und ich werden vor Ort überlegen, ob es Sinn macht, die Solaranlage vor dem Wassertank zu bauen. Im Übrigen hat die Crowdfunding-Aktion gut 4.000 Euro eingeworben! Das ist großartig. Danke an Lena Schlindwein, unserer ehemaligen Studentin, die das Projekt als Bachelorarbeit durchgeführt hat.
  • Kindergarten und Integration
    Der Kindergarten ist inzwischen sehr etabliert und wir haben keine Problem auch zahlende Eltern zu finden. Trotz der sehr prekären politischen und wirtschaftlichen Lage, gibt es immer noch einige Familien, die sich unseren Kindergarten leisten können. Der einfache Kindergartenbeitrag kostet 30 USD, dazu kommen Registrierung, Schulkleidung.
    Unsere 16 Patenkinder sind wunderbar integriert und auch die „Neuen“ sind nach anfänglichen Schwierigkeiten angekommen und fühlen sich pudelwohl. Sie wollen immer am Wochenende auch kommen, bestes Zeichen, dass es ihnen gefällt. Anna und ich werden wieder alle Familien besuchen um den Pateneltern die Berichte schicken zu können. Die Betreuung in Deutschland hat nun Julia Hauck übernommen. Ihr einen großes Bongai Shamwari!
    Mit unserer Vision auch als Inklusionskindergarten zu arbeiten, werden wir voraussichtlich ein Pilotprojekt ab Juli starten und werden einen kleinen Jungen mit Down-Syndrom aufnehmen. Da unsere beiden Erzieherinnen damit überfordert wären, werden wir eine Erzieherin mit Zusatzausbildung einstellen. Durch die Unterstützung einer Studierendengruppe konnten wir die Finanzierung über die die Marianne und Emil Lux – Stiftung für ein Jahr sichern. Wir sind dabei, weitere Stiftungen anzufragen um das Projekt nachhaltig zu etablieren.
  • Zyklon IDAI
    Im Februar diesen Jahres hat der schreckliche Zyklon IDAI große Teile Mozambiques und auch Teile in Simbabwe komplett zerstört. Wir hatten zu einer Spendenaktion aufgerufen und konnten über 4.000 Euro einwerben. Das war großartig und bedarf eines dicken Dankes! Zuerst war gedacht dies als Soforthilfe einzusetzen, da aber der Staat nach kurzer Zeit die Übergabe der Gelder kontrollieren wollte – dabei ist natürlich weit weniger angekommen – haben wir beschlossen damit nachhaltiger zu wirtschaften. So sind 1000 Euro für die Witwe Johnson und ihren kleinen Sohn eingesetzt, um ihr eine Unterkunft zu bauen. Ihr Mann wurde mit allem Hab und Gut samt Haus weggespült und man hat ihn bisher nicht gefunden. Weiter 1.000 Euro gehen an Peter Nkomozanas Schule in Muziriswe um einen neuen Brunnen zu bauen. Der alte wurde vom Erdrutsch verschüttet. Mit den weiteren 2.000 Euro möchten wir zusammen mit einheimischen Experten an der Wiederaufforstung mitwirken, mit indigen Bäumen, um solche klassischen Erdrutsche durch die falsche Bepflanzung zu verhindern. Dazu sind wir in Kontakt mit Jane aus Chimanimani und Philipp Kusasa, in Chikore.
    Zusammen mit Resi, Wilfried und Anna werden wir sowohl die betroffenen Gebiete in Chimanimani, wie auch in Muziriswe besuchen und die weiteren Schritte planen. So können wir direkt berichten, wie das Geld eingesetzt wurde/wird.
  • Politische und wirtschaftliche Situation
    Man hätte ja glauben können, dass es nach dem Sturz von Mugabe eigentlich nur noch aufwärts gehen kann. Das ist leider nicht der Fall, ganz im Gegenteil. Die einheimische Währung RTGS oder BOND ist im freien Fall und man kann dafür kaum noch etwas kaufen. Nur USD sind noch von Wert. Da aber die wenigsten Menschen USD haben, geht der Schwarzmarkt in astronomische Höhen. Wir haben das große Glück, dass wir mit USD kommen und deshalb uns auch gut über Wasser halten können, aber für die Menschen dort wird es von Tag zu Tag schlimmer. Peter unser guter Freund ist Head Master an einer Schule und war eigentlich gut situiert. Die Regierung zahlt ihre Lehrer in RTGS, die aber auf dem realen Markt nichts mehr wert sind. Folge ist, dass viele Lehrer wieder nach Südafrika abwandern, die Kinder entsprechend schlechten Unterricht bekommen, da bis zu 70-80 Schüler in einer Klasse sind. Neue Lehrer werden nicht eingestellt. Peter kann inzwischen kaum noch das Schulgeld für seine 5 Mädchen bezahlen, geschweige denn sein Haus fertig bauen. Auch sein Auto kann er nicht mehr finanzieren, Bus auch nicht, so läuft er zur Schule etwa 30 km und schläft unter der Woche dort.  Das ist nur ein Beispiel. Emmerson Mnangwagas Regierung haben inzwischen Mugabes Missmanagement fast übertroffen, der Zyklon IDAI hat den Rest gegeben. Wie lange das Volk noch ruhig hält, wird man sehen.
  • Der Verein Bongai Shamwari e.V. in Deutschland
    Inzwischen konnten wir einjähriges Jubiläum feiern und haben am 6. Mai unsere erste Mitgliederversammlung mit der Verabschiedung unseres Finanz- und Investitionsplanes sehr gut über die Bühne gebracht. Dank unseres Kassenwartes Michael Hagen und den beiden Kassenprüfern Norbert Hartmann und Wolfgang Graf haben wir eine solide und nachhaltige Finanzwirtschaft aufgestellt.
    Die Planeinnahmen von knapp 42.000 € kommen aus Spenden und Patenschaften, Mitgliedsbeiträgen und Fundraisingaktionen.  Die Planausgaben mit gut 36.300 € setzen sich aus den laufenden Kosten wie Gehälter, öffentliche Gebühren, Lebensmittel und Haushaltsführung, Reparaturen und Ausflüge und den Investitionen für die Regenwasseranlage und Bau einem Cottage für die Angestellten mit Werkstatt zusammen in Simbabwe zusammen. Da der Finanzbedarf für die Photovoltaikanlage, wie oben schon erwähnt, noch nicht ganz gedeckt ist, wird damit erst begonnen, wenn dieses Geld über Spenden eingeworben wurde. Gerne kann Einsicht in die genauere Finanzplanung genommen werden. Einfach eine Email schreiben an bongaishamwari@gmail.com. Auch werden wir eine Einnahme und Ausgaben Übersicht auf die Homepage stellen, um eine Transparenz für die Verwendung der Spendengelder zu gewähren.
    Die Vereinsziele für 2019/20120 begründet sich auf unseren vier Visionen Nachhaltigkeit, Integration, Kultur und Gemeinschaft:
    • Investitionen in Simbabwe, wie oben aufgeführt
    • Integration von Kindern mit Behinderung plus Erzieherstelle
    • Kooperation zum Wiederaufbau von Chimanimani nach Zyklon IDAI
    • eine große Ausstellung mit der Sparkasse Hohenlohe im Februar bis März 2020
    • Einbindung des Weltgebetstages der Frauen, der 2020 aus Simbabwe kommt
    • Professionalisierung der Freiwilligenarbeit
    • Intensivierung Zusammenarbeit mit der Hochschule Heilbronn, evtl. Benefizkonzert
    • Kooperationen mit Erzieherschulen
    • Professionelle Überarbeitung Homepage (wurde leider notwendig, da wir als Laien die Komplexität einer guten Homepage überschätzt haben. Aber Dank der großzügigen Spende der Agentur Friendventure bekommen wir die neue Homepage ohne großen finanziellen Einsatz sogar auch auf Englisch. Anna und ich haben die Agentur in Köln besucht und sind begeistert von dem jungen und engagierten Team, das ganz neue Ideen in das Projekt bringt und uns letztendlich beim Fundraising unterstützt.)
    • Social Medias ausbauen – was im Zuge mit der neuen Homepage für uns eine bessere Vernetzung gerade mit junge Menschen ermöglicht.
    • Vereinsarbeit stärken und Mitglieder werben
  • Blog über unsere aktuelle Reise
    Wie immer werden wir aktuell aus Simbabwe berichten. Sowohl über unsere Homepage www.bongai-shamwari.org/blog und/oder auf Wunsch einiger Simbabwe Freunde über eine Whatsapp Gruppe. Anna und ich freuen uns über Kommentare und Rückmeldungen bitte NUR im Blog.

In diesem Sinne ein Bongai Shamwari – Danke Freunde für Eure Unterstützung in jeglicher Form!

Eure Christa

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