12_Joina – unser Mann für alles_Christa in Simbabwe 2018/19

Joina heißt eigentlich Fungirai Shamarei Joina. Der Name Joina ist eigentlich einer seiner Nachnamen, was wir aber alle nicht wussten am Anfang. So ist Joina geblieben, auch bei den Kindern. Offiziell ist er Groundsman, der Mann für alles, was in und ums Haus anfällt. Dazu gehört unser großer Garten hinter dem Haus, den er bewirtschaftet, genauso wie alle kleineren Reparaturen, die dauernd anfallen! Heute hat er zum Beispiel unseren Gasherd repariert, der nicht mehr Backen wollte – da waren wohl Düsen verstopft.

Joina wohnt mit seiner Familie in Dangamvura, einem Township etwa 10km außerhalb von Mutare. Dort hat er zusammen mit einer Kooperative 2002 einen Stand, also ein Grundstück gekauft. Bisher hat er darauf ein kleines Cottage mit 2 Zimmer. Gekocht wird draußen auf dem Feuer. Für Regentage hat er einen kleinen Gaskocher im Zimmer. Das Dach ist aus Asbestos, hier ein sehr beliebtes und vergleichsweise günstiges Baumaterial, da es in Simbabwe selbst abgebaut wird. Von Krebsgefahr weiß hier niemand etwas. Strom gibt es keinen, Wasser muss man vom nächsten Hahn etwa 1km entfernt holen. Er ist ziemlich enttäuscht, da schon seit Jahren Strom und Wasseranschluß versprochen werden….aber im Versprechen sind die Simbabwer Meister! Seine Frau Kathleen ist Schneiderin und hat in der Stadt zusammen mit einigen anderen einen Raum gemietet, wo sie schneidern. Sie näht unsere Schooluniform und auch sonst, was so anfällt und hat damit auch immer wieder Aufträge. Die beiden haben zwei eigene Mädchen im Alter von 7 und 3 Jahren und noch den Sohn der Schwester mit 8 Jahren, die verstorben ist. Kathleen hat lange keine Kinder bekommen, deshalb sind sie glücklich die beiden und das Pflegekind zu haben. Die Familie ist sehr gläubig und besonders Joina engagiert sich in seiner Kirche.

Joina koordiniert auch den wöchentlichen Scholarship-Eltern-Einsatz, weist die Aufgaben zu und kontrolliert, wer alles da war! Von Beruf ist Joina Schreiner, was uns natürlich auch zugute kommt, denn er hat teilweise unsere Einrichtung gezimmert. Zum Beispiel die Puppenecke mit einer kleinen Küchenzeile und einem niedlichen Puppenbettchen.

Ebenso unseren Solarofen, den Joina nach einer Anleitung gebaut hat. Auf meine Frage, warum er sich nicht auch einen für die eigene Familie baut, hat er nur gemeint, dass er kein Geld für das Material ( ca. 50$ ) habe. Die Überlegung, dass er diese Investition schnell wieder drin hätte, ist ihm fremd. Hier lebt man von der Hand in den Mund. Sparen kennt man nicht, da man eh nicht weiß, was morgen noch Werte hat und was nicht.

Der Solarofen

Joina ist mit Herzblut bei der Sache, allerdings in seiner Zeitvorstellung! Und die stimmt nicht immer mit unserer überein! Er ist zwar kein Macher, hat aber gute Ideen und immer die Ruhe weg, besonders wenn er mit den Kindern arbeitet – immer mit einem Liedchen auf den Lippen.

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